Lenbenslauf
Die Geschichte von Gilles wurde von verschiedensten
Journalisten, Chronisten und anderen Berichterstattern geschrieben. Seine
musikalischen Talente haben es ihm erlaubt, in seinem Geburtskanton Wallis,
auch über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt zu werden. Gilles Rocha besser
kennen zu wollen heisst, in eine Welt aus Abenteuern, Hürden, Suchen und
sogar einer Prinzessin eintreten. Es war schwierig, einen vollständigen Text
auszuwählen. Deshalb wurde für Sie eine Chronik ausgewählt, die einige
Elemente aus dem Leben von Gilles Rocha aufzeigt.
Diese Chronik erzählt
Folgendes:
Es war einmal.…
ein junger Mann namens Tino Rocha, der von seinem Heimatland Portugal
ins Wallis kam, einem Kanton mit vielen Legenden und Sagen und einem harten
Klima. Ein schönes Fleckchen Erde, aber trocken, dieses Rhonetal, das
kräftige Arme brauchte, um die Früchte der Rebstöcke zu ernten und in
göttlichen Nektar umzuwandeln.
Tino tauschte also den Fisch
gegen Trockenfleisch und den Porto gegen den Fendant und kam 1976 nach
Sitten. Dort lernte er kurz später Fatima, eine junge hübsche Frau kennen,
die, wie er, auch aus Portugal kam. Fatima unterlag sehr schnell dem Charme
ihres Landsmannes.
Aus ihrer Ehe entsprossen zwei Kinder: Cyndia im Jahre 1981 und sieben Jahre
später Gilles, im 1988. Das grosse Abenteuer konnte beginnen….
Unsere Vorfahren, die
Walliser
Die
ersten Jahre des kleinen Gilles verflossen harmonisch. Er wuchs in seinem
Dorf Vétroz auf, inmitten von Rebbergen und Obstgärten. Seine Familie, die
immer zu ihrem Ursprung stand, gliederte sich sehr gut in Vétroz ein. So war
es für Gilles selbstverständlich, in die Fussstapfen seiner Schwester Cyndia
einzutreten und bei der Concordia von Vétroz die Musikschule zu
besuchen. Er trat in die Welt der Musik ein, lernte viele Leute kenne, die
für ihn wichtig wurden, so auch seinen Schatz, Stéphanie.
Beeinflusst von dieser
echten Walliser Musikkultur erhielt Gilles den musikalischen Grundunterricht
und erlernte das Instrument, das während seiner musikalischen Laufbahn sein
ständiger Begleiter war. Als er das erste Mal Baryton spielte, wusste er
noch nicht, dass er Excalibur erlöste…
Von einer geheimen Gesellschaft zum runden Tisch
1997 bestand Gilles mit Erfolg seinen Eintrittstest bei der Concordia.
Obwohl er in den ersten Jahren eher dem Fussball nachstudierte, war er schon
dazumal ein treues und regelmässiges Mitglied der MG.
Wenn schon von einer
Gesellschaft die Rede ist muss erwähnt werden, dass Gilles dank seinem
Eintritt in die Concordia, die einmalige Gelegenheit hatte, in die
geheime, aber äusserst sympathische Bruderschaft Confrérie Caprice
aufgenommen zu werden. Er lernte seine Musikerkameraden besser kennen und
bald wuchsen starke Freundschaften daraus. Auch ausserhalb ihrer
musikalischen Aktivitäten treffen sich die Mitglieder dieser Bruderschaft
regelmässig.
Während
dieser Zeit gewann Gilles seine ersten Meistertitel und machte sich so
seinen Platz. Im Jahre 2004 trat er in den selektiven Kreis der Mitglieder
der Brass Band 13 Etoiles ein. Zuerst zweiter Barytonspieler, wurde
er rasch zum ersten Barytonspieler befördert, einen Platz, den er auch heute
noch besetzt. Mit der « BB13* » reiste Gilles von Abenteuer zu Abenteuer und
gewann zahlreiche nationale und internationale Titel.
So wurde er mit der BB13*
mehrere Male Schweizer Meister der Brass Bands und 2005 sogar Weltmeister,
ein Titel, der zum ersten Mal vergeben wurde. Gilles hat immer sehr aktiv
zum guten Gelingen der Wettbewerbe beigetragen, doch die Erfolge sind vor
allem das Resultat eines Ideals, das alle Musiker gemeinsam haben. Als echte
Ritter des runden Tischs haben sie alle das gleiche Ziel: eines Tages die so
sehnlichst erhoffte Reliquie erreichen…
Die Suche nach dem Gral
Doch die Wettbewerbe, an
denen Gilles Rocha teilgenommen hat, bestehen nicht nur aus Schlachtfeldern.
In der Tat hat er auch einzeln an zahlreichen ritterlichen Wettkämpfen
teilgenommen. Unter der Schirmherrschaft seines Musiklehrers Bertrand Moren
hat er hart gearbeitet, um sämtliche Fallen und Subtilitäten seines
Instruments zu kennen. Seinen ersten Sieg feierte er 2002, als er zum
Walliser Jugendmeister in der Kategorie Euphonium-Baryton erkürt wurde.
Seither folgten die Titel einen auf den anderen und erinnert an einen ebenso
bekannten Ritter mit dem Namen Roger Federer… .
Nebst zahlreichen
Ehrenplätzen und Siegen in seiner Kategorie gewann Gilles Rocha auch
zahlreiche wichtige Wettbewerbe. So wurde er 2004, 2005 und 2007 Walliser
Meister aller Kategorien und durfte den Wanderpokal behalten. Ein Erfolg, zu
dem nur ein Ritter mit einer ganz feinen Klinge fähig ist.
Nur Superlative können
Gilles Rocha wirklich qualifizieren: Ein Meister der Technik, Cousin von
Yvan Rebroff und Maria Callas, was die Tonlagen anbetrifft, Dramaturg,
Clown… um den akademischen Grad liz. Barytonspieler zu erlangen.
Doch
ein Meister wie Gilles konnte den Gral nicht auf kantonaler Ebene finden.
Die Herausforderung war also gross. Dabei kam ihm seine Schwester Cyndia zu
Hilfe und schenkte ihm ein wunderschönes Geschenk: Ein Werk, das für Gilles
geschrieben wurde. Sie bestellte bei Bertrand Moren, der oft auch Arthur
genannt wird – wie der Held der Legende – ein Werk. So entstand Eastern
Dances, das Gilles am Nationalen Solisten- und Quartettwettbewerb 2006
in Wiler zum Schweizer Meister aller Kategorien erküren liess.
Und wie weiter ? Alle Titel
hatte Gilles bereits erlangt. Er hatte das Firmament erreicht. Doch ein
echter Meister ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus. Im Gegenteil. Er
wollte seinen Titel im folgenden Jahr verteidigen. Doch den Titel
verteidigen sollte nicht einfach werden und so beschloss Gilles, sein
eigenes Werk selber zu komponieren. Das hat es am Nationalen Solisten- und
Quartettwettbewerb noch nie gegeben, dass ein Komponist sein eigenes Stück
interpretiert. Doch Gilles hat ein Pseudonym gewählt: Thomas S. Kerr, ein
junger Komponist aus Kanada. Damit es echt aussah, wurde sogar eine falsche
Internetsite kreiert, falsche Deklarationen abgegeben, usw. Doch das
Resultat entsprach den kühnen Erwartungen von Gilles. Mit Uther Pendragon
gewann er 2007 in Orsières seinen 4. Schweizer Meistertitel.
Ein solches Talent durfte nicht nur in der Schweiz bleiben. So beschloss
Gilles, an einem internationalen Musikwettbewerb teilzunehmen. Dieser fand
2006 in Birkfeld statt und wurde als Intermusica ausgeschrieben.
Gilles qualifizierte sich für das Finale und wurde mit dem ausgezeichneten
2. Rang belohnt. 2007 nahm er erneut an diesem internationalen Wettbewerb
teil und landete erneut auf dem 2. Platz.
2007 wurde Gilles, wie auch
andere junge Meister von mehreren Instrumentenkategorien zum Prix Pfister
eingeladen. Der Gewinner hat anschliessend die Gelegenheit, mit einem
namhaften Orchester als Solist aufzutreten. Der Gewinner der Ausgabe 2007
des Prix Pfister hiess, wie konnte es anders sein: Gilles Rocha.
Er
wurde gebührend belohnt und konnte im wunderschönen Weissen Saal des
Kultur-und Kongresszentrums Luzern als Solist auftreten. Begleitet wurde er
vom Symphonie Orchester Luzern, mit welchem er das Euphoniumkonzert von
Cosma interpretierte.
Ein Bandit unterwegs
Alle Helden haben auch ihre Schattenseite. Im Jahre 2005 packte Gilles
das Bedürfnis, Angst zu verbreiten. Er gründete das Quartett Les Dalton
und zwar mit seinen Freunden Stéphane Rudaz, Guillaume Stalder und
Cédric Cotter. Dieser schwierige Streifzug in der Welt des organisierten
Verbrechens (vor allem mit einem absolut nicht organisierten Ensemble)
erlaubte ihm, wiederum zahlreiche Wettbewerbe zu gewinnen. So kriminell sie
auch sein mögen, Les Dalton haben ihre Siege niemals gestohlen.
Gilles hatte übrigens das Privileg, 2006 anlässlich eines Wettbewerbs mit
dieser Formation eine der schlimmsten Interpretationen zu liefern, die man
sich nur vorstellen kann.
Das Quartett ist seit
einiger Zeit Versuchslabor für Arrangementversuche von… wie kann es anders
sein… Gilles Rocha,.
Wenn die Feder juckt…
Die neue Leidenschaft von Gilles Rocha ist das Komponieren. Für die
Komposition von Uther Pendragon hat Gilles zum ersten Mal das Baryton
gegen die Feder ausgetauscht. Und nicht umsonst! Seither ist es stets auf
der Suche nach subtilen Klängen, verzaubernden Melodien und originellen
Rhythmen, um die leeren Notenblätter zu füllen. Die Resultate liessen nicht
auf sich warten. Für seinen Freund Claude Romailler komponierte Gilles das
Stück Two Faces, ein Solistenstück für Flügelhorn und Klavier, mit
welchem Claude 2007 zum dritten Mal Schweizer Meister aller Kategorien
wurde. Mit seinem Concerto for Brass Quartett haben die Dalton
2008 zum dritten Mal den Quartettwettbewerb von Langenthal gewonnen. Dazu
kommt ein rührendes Liebeslied A Song for my love, das er für seinen
Schatz Stéphanie komponiert hat. Für 2009 hat die MG Concordia von
Vétroz bei Gilles eine Komposition für Brass Band bestellt.
Für die Nachkommenschaft
Die Chronik ist bald
vollendet und es ist Zeit, über die kürzlichen Ereignisse zu berichten, die
das Leben von Gilles Rocha beeinflusst haben. Da seine Kompositionen kein
Herz und keine Seele unberührt lassen, hat der Musikverlag Marc Reift
bereits mehrere davon veröffentlicht und in der Zukunft werden sicher noch
weitere dazukommen.
2008
gibt Gilles Rocha seine erste CD heraus: Uther Pendragon. Darauf sind
eine Mischung aus solistischen Akrobatikstücken zu hören, aber auch
traditionelle Werke. Im gleichen Jahr ist auch seine Website online, ein
öffentliches Zauberbuch, wo sich das Publikum über das Neueste im Leben von
Gilles Rocha informieren kann.
Gegenwärtig nimmt Gilles
gelegentlich Instrumentalunterricht bei Thomas Ruedi und Direktionskurse bei
Géo-Pierre Moren.
Zurück in die Zukunft…
Hier hört der erste Teil des
Lebens von Gilles Rocha auf, weil der zweite, dritte, usw. noch gar nicht
gelebt wurde. Wir werden die Feder also für kurze Zeit weglegen und die
zukünftigen Entwicklungen mit Aufmerksamkeit verfolgen. Wir sind uns dabei
bewusst, zu den ganz privilegierten Personen zu gehören.
Im Jahr 2008, Cédric Othar,
königlicher Berichterstatter der Bruderschaft Confrérie Caprice
*Übersetzt von Béatrice Duc